Achtsam sein heißt verbunden zu sein – mit sich und mit der Welt. Traumata sind letztendlich immer gekappte Verbindungen. Die größten Herausforderungen unserer Zeit sind nicht der Klimawandel, auch nicht der Weltfrieden oder die Wirtschaftskrise. Die größte Herausforderung ist die Entfremdung – von uns selbst und der Welt!

Traumatisierte Kinder und Jugendliche in Bildungseinrichtungen

In Sicherheit und Geborgenheit aufzuwachsen ist ein großes Glück. Nicht alle Kinder und Jugendlichen können sich unter idealen Umständen entwickeln. Machen sie erschreckende oder verstörende Erfahrungen, brauchen sie ein verständnisvolles Umfeld und geeignete Unterstützung. Fehlen diese, haben es Kinder und Jugendliche sehr schwer, die Eindrücke aus der Vergangenheit gut zu verarbeiten. Bildungseinrichtungen können einen wichtigen und notwendigen Beitrag leisten, damit sich junge Menschen wieder stabilisieren und ihren anstehenden Entwicklungsaufgaben zuwenden können.


Eine traumasensitive achtsame Schule

In einer traumasensitiven Bildungseinrichtung sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über mögliche Auswirkungen eines Traumas gut informiert und pflegen einen achtsamen mitfühlenden Umgang mit sich selbst und miteinander. Sie kennen die Grundlagen der Traumapädagogik und richten ihr pädagogisches Handeln danach aus. So unterschiedlich Belastungen und traumatische Erfahrungen sein können, so ähnlich reagieren Menschen auf schockierende Ereignisse. Kinder verarbeiten diese Ereignisse auf andere Weise als Jugendliche und diese wiederum anders als Erwachsene. Es kann sehr fordernd sein, betroffene Kinder und Jugendliche zu betreuen und zu unterrichten. Nicht nur Eltern und Geschwister, auch Pädagoginnen und Pädagogen können sich ratlos fühlen oder sehr belastet sein, nicht zuletzt, weil Traumata mitunter "ansteckend" wirken.

Alles wird gut. Und ist es noch nicht gut, so ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde